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Archive für März 2009
Kommunikation per „Liebe alle“ « DiePresse.com
29.3.2009 von Franz Ehrl.
Kommunikation per „Liebe alle“
26.03.2009 | 18:26 | MIRJAM MARITS (Die Presse)
Vom Arbeiten kann man sich vielfältig abhalten lassen. Am einfachsten über den Posteingang.
Vom Arbeiten kann man sich vielfältig abhalten lassen. Am einfachsten über den elektronischen Posteingang, denn: Spam kommt immer. Derzeit stiehlt etwa die Pro-Raucher-Bewegung per einseitigen Mailverkehr fast täglich die eine oder andere Minute Lebenszeit. Dahinter steht eine sehr engagierte Dame, die sehr wenig Spaß versteht, wenn man ihre in mehreren Farben versandten Mails nicht mehr bekommen möchte. Die (höfliche) Bitte um Abbestellung des Newsletters wird mit einem „So nicht!“-Mail beantwortet, das die Dame gleich ihrem gesamten Verteiler (und der ist lang) schickt. An alle.
An sich ist die „Liebe alle“-Kommunikation (Mails, die unindividuell an das gesamte Büro versandt werden) keine schlechte Sache. Ohne selbst etwas tun zu müssen, wird man per „Alle“-Mail informiert, was so los ist am anderen Ende des Großraumbüros. Etwa, dass einem Kollegen ein Karton abhandengekommen ist. Oder dass im Kühlschrank eine Zitrone schimmelt. Eine schöne Sonderform ist die „Liebe alle, in der Küche…“-Korrespondenz. Und die geht etwa so: Ein Kollege entdeckt in der Küche einen heißen Topf. Statt diesen vom Herd zu nehmen, eilt er zu seinem Arbeitsplatz, schreibt ein Mail (Betreff: „In der Küche brennt es gleich“) an „alle“. Woraufhin verlässlich ein(e) Kollege(in) ein erbostes „Lieber Kollege, in der Küche brennt es nicht. Das nennt man kochen“-Mail zurückschickt. Natürlich „an alle“. Schon verwickelt sich das halbe Büro in eine Maildebatte, die in Richtung „Frauen an den Herd“-Streit abzudriften droht. Wenn es nicht jene Kollegen gibt, die den „An alle“-Mailaustausch stets mit einem „Habt ihr denn nichts zu arbeiten??“ abrupt beenden. Da traut sich dann niemand weiterzuschreiben. Apropos. Liebe Leser-alle: Ab nächstem Freitag schreibt hier wieder Friederike Leibl.
(”Die Presse”, Print-Ausgabe, 27.03.2009)
Kommunikation per „Liebe alle“ « DiePresse.com
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Burn Out - Wege aus der Krise
7.3.2009 von Franz Ehrl.
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Der Sturm und die Windmühlen
7.3.2009 von Franz Ehrl.
Die einen klagen, die anderen packens an.
In schwierigen Zeiten lassen sich Unternehmer von Mitläufern
hervorragend unterscheiden.
Die einen sagen Krise! Das spricht man aus wie Angst. Die anderen fragen: Krise? Das klingt nach Chance.
2001 meinte man das Web sei ein schlechter Ort zum Geldverdienen - tatsächlich hat die Internet-Blase zu gewaltigen Investitionen in die technische Infrastruktur geführt, die es jetzt ermöglicht das Internet endgültig zum Massenmedium zu machen (und Geld damit zu verdienen).
Andere Frage: Welche Universität, welches Ausbildungsinstitut, welches MBA-, Bachelor oder sonstiges Qualifizierungsprogramm hat den Unterrichtsgegenstand “Krisenprävention” im Programm?
Oder: welche Vorhersage-Modelle kennen / kannten den Begriff “Finanzkrise”? In finsteren Zeiten, kann man mit finsteren Prognosen seine Karriere fördern - die, die nicht mitheulen und das Schlimmste befürchten, gelten als Ignoranten! Sehet, der Untergang kommt! Tuet Buße! Oder auf finanzkrisisch (= neue Sprache der Wirtschaft): Her mit Eurer Kohle!
Mit welchen Rezepten arbeiten den unsere Spezialisten, hoch bezahlten Unternehmenslenker, Berater, Volks- und Betriebswirte, usw. im Monat 8 nach der Krise? Genau mit den gleichen, die uns diese “Krise” beschert haben! Glaubwürdig?
Wie hoch ist der Anteil der tatsächlich richtigen Wirtschaftsprognosen der vergangenen Jahre?
Für die wahnwitzigen Geldgeschenke würden die Politiker von den Ökononomen in “normalen” Zeiten geprügelt. Aber in Zeiten immer kürzerer Legislaturperioden und in Zeiten wo ansonst eigentlich vernünftige Wirtschaftswissenschaftler mit dem Wind heulen und darauf bestehen, dass der Staat Geld rauspulvert, dann ist das eine optimale Situation für die, die verteilen dürfen, was ihnen nicht gehört.
In Davos sind im Januar 2009 die führenden Industriemanger der Welt versammelt. Gerade mal ein Fünftel davon neigt verhaltenem Optimismus zu. Der Rest blickt schaudernd in eine schwarzen Abgrund -
“Zwischen Zähneklappern und nach Mutti rufen - Stichwort: Staatszuschüsse abgreifen - bleibt keine Zeit, mal ein wenig darüber nachzudenken, ob denn die Politik des Klotzens die richtige war.”
Diese Unfähigkeit, sich seiner eigenen Fehler bewusst zu werden, kostet mehr als die Milliarden, die von den Verbündeten der Manager, den Politikern, verteilt werden. Alarmismus predigen, statt nach Ideen und Lösungen suchen - die Variante der Faulen und Farbenblinden.
Zum Glück gibt es da noch die große Anzahl der Mittelständler, der Klein- und Mittelbetriebe, der Ein-Personen-Unternehmen. Sie repräsentieren nämlich die Wirtschaft. Sie machen Wirtschaft und reden nicht über Wirtschaft. Sie halten es in der grossen Mehrheit mit einem alten chinesischen Sinnspruch: “Wenn der Sturm kommt, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen”. Im Antizyklus liegt der Erfolg!
Hätten sich Jobs und Wozniak, Gates und Allen auf das verlassen, was die klassische Computerindustrie damals bewegte, wäre nichts entstanden.
Die neue Absurdität der “neuen” Ökonomie: “Es geht längst nicht mehr um wirtschaftlichen Erfolg durch Gewinne, es geht um die Erhaltung der Größe, der Mengen, der Umsätze”. - und das ist in der Tat ein wenig verrückt.
Wozu wird das Geld, denn nun verwendet werden, das wir verteilen, gleich einem warmen Regen?
Für das was man bisher getan hat? Oder für das Suchen und Finden neuer Lösungen?
Auch hier sind die Mittelständler führend. Sie sind überzeugt, dass es die Stärkung der Innovationskraft ist, wenn es um Wachstum in der Krise geht - leider stehen sie aber nicht gerade im Mittelpunkt des Geldregens. Sie gehen einer Zukunft entgegen, den sie setzen auf die einzig mögliche und richtige Strategie: auf neue Ideen, auf Verbesserungen und immer wieder auf Qualität.
“Nicht die Wirtschaft steckt in einer Krise, sondern das Bild, das wir von ihr haben - und das sich nach wie vor auf einige wenige, nicht veränderungswillige Repräsentanten bezieht”.
Jammerer, Verdränger vs. Akteuere, die mit dem Wind segeln. In Davos saßen viele Jammerer. Spitzenmanager und Konzernherren aus der allerersten Reihe.
Renate Königswieser, Wien: “Man den Eindruck wohlstandsverwahloster Manager, die alles haben, in Incentives ertrinken und nichts damit anfangen zu wissen bekommen. Sie sind zutiefst frustriert - und mit Frustrierten kann man keine Veränderung machen!”
Wer die Kommunikation rund um die Krisenbranchen heute geenauer betrachtet, wird erkennen, dass es so gut wie nie darum geht, dass ein in Bedrängnis geratener Konzern Antworten auf die Frage gibt, warum seine Produkte beim Kunden nicht so ankommen, wie seine PR-Leute behaupten. Es wird auch selten darüber geredet, wie man dieses Problem lösen kann.
(Texte wurden auszugsweise entnommen aus: Brand eins, Heft 3, März 2009)
F.Ehrl
Geschrieben in Wirtschaft | Drucken | 1 Kommentar »